Neurohormonelle Zusammenhänge

Der Thalamus ist der Teil des Gehirns, der das Zentrum des Zusammenwirkens von Nerven– und Hormonsystem, des sogenannten neurohormonellen Systems als übergeordnetes Steuerorgan aller hormonellen Drüsen darstellt. (Siehe hierzu auch folgenden Link: Das 3-D-Gehirn)

Er ist übergeordnetes Koordinationszentrum der vegetativen und endokrinen Funktionen (Homöostase, Körpertemperatur, Kreislauf, Wasserhaushalt, Nahrungsaufnahme, Kontrolle der Emotionen und des Sexualverhaltens) im Zwischenhirn und ist über Nervenbahnen und Blutgefäße mit der darunter liegenden Hypophyse verbunden.

Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) sitzt in der sella turcica (Türkensattel) und ist vom Sinus cavernosus umgeben. Hier kann sie als zentrale und übergeordnete Hormondrüse über das venöse Blut andere Drüsen steuern: Schilddrüse (Energiestoffwechsel, Knochenbau), Nebenniere (Cortisol als Streßreaktion), Gonaden (Sexualhormone).

Was ist der Hypothalamus?

Der Hypothalamus ist ein Bereich des Zwischenhirns, in dem alle in der Körperperipherie bekannten Hormone nachgewiesen werden. Er besteht aus Nervenzellansammlungen (Kernen), die als Schaltstationen für die zu- und abführenden Bahnen zu anderen Hirnabschnitten fungieren.
(Der hier vorhandene suprachiasmatische Nukleus schüttet Orexin aus, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.)

Afferenzen (zufließende Informationen):
– Aus dem Hippocampus (Langzeitgedächtnis),
– dem Mandelkörper, der Amygdala (Analyse von Gefahren, Emotionen, Bewertungen, Erregungen)
– dem Thalamus (Tor zum Bewußtsein),
– dem Striatum (Verbindung zwischen Cortex und Thalamus mittels Glutamat, welches chemisch mit dem Östrogen verwandt ist und laut „china-restaurant-study“ Hauptursache für die höhere Schmerzempfindlichkeit während der 2. Zyklushälfte in Kombination mit Glutamat im Essen ist  – zudem ist dieses der Grund für die vermehrte rationale Steuerungen (Cortex) bei den Emotionen einer Frau („Tor des Bewußtseins“.),
– der Hirnrinde des limbischen Systems (Emotionen und Triebverhalten),
– dem Mittel- und Rautenhirn (Brücke und verlängertes Rückenmark: Verschaltung rechter mit linker Hirnhälfte und 80% Kreuzung alle Hirnfasern auf die Gegenseite sowie HKL-Zentrum.)
– sowie dem Rückenmark (Verschaltung, Weiterleitung).

Efferente, abgehende Informationen:
Sie fließen zum Mittelhirn und Thalamus sowie zur Neurohypophyse (Hypophysenhinterlappen) als Rückkopplung.

Jede Aktion führt zu einer Reaktion im Mutterleib, als Säugling, Kind und als Erwachsener. Ist der Reiz von längerer Dauer, wird es eine chronische Veränderung geben (Adaptierung), welche ein hormonelles Ungleichgewicht darstellt und somit zu Pathologien führen wird (Schilddrüsendysfunktion, Menstruationsbeschwerden, Lipödemen, etc.). Diese hormonellen Adaptierungen bleiben dann auch bestehen, wenn der auslösende Reiz verschwunden ist und ist mittels neurofunktioneller Tests der einzelnen Hirnareale nachweisbar. Nachdem man diese dysfunktionellen Hirnareale identifiziert hat, kann man diese über Ihre Funktion wieder neu justieren. Dieses nennen wir auch neurofunktionelle Integration.

Durch ganzheitliche Kenntnis von Ursache und Wirkung ist eine Art „reset“-Funktion möglich, welche extrem aufwendig ist und ein sehr hohes Maß an Mitwirkung durch den Patienten verlangt. Sofern Sie Interesse an dieser „reset„-Behandlung haben, informieren Sie sich gerne bei uns.

Das Hormonsystem und das autochthone Wirbelsäulenstabilisationssystem der Mm. multifidi sind rein reaktive Systeme. Beide sind miteinander gekoppelt. Eine hormonelle Dysfunktion geht fast immer mit einer segmentalen Wirbelsäuleninstabilität einher und umgekehrt. Somit wirkt sich ein reaktives Training mit dem 3-D-Spacecurl immer positiv auf sämtliche hormonellen Dysfunktionen aus und unterstützt das ganzheitliche neurofunktionell integrative Arbeiten der Osteopathie optimal.

Emotionalität ist in der Hirnphysiologie sehr komplex und betrifft nicht immer die selben Areale. Man findet hier stark kulturelle Unterschiede! Eine Gemeinsamkeit ist die Aktion in der Amygdala. Die Ausschüttung von Dopamin als Neurotransmitter ist als Belohnungssystem beim Lernen zu beobachten. Beim Siegen im Wettkampf, beim Fertigen von Handwerk und Kunst ist diese Reaktion identisch. Beim Empfinden von Liebe ist das Erkunden einer anderen Person und der erfolgreiche sexuelle Kontakt die gleiche hirnphysiologische Reaktion wie beim Lernen. Lernen und das wiederkehrende Erfreuen daran ist als Liebesreaktion in der Hirnphysiologie zu werten.