Neurohormonelle Zusammenhänge

Der Thalamus ist der Teil des Gehirns, der das Zentrum des Zusammenwirkens von Nerven– und Hormonsystem, des sogenannten neurohormonellen Systems als übergeordnetes Steuerorgan aller hormonellen Drüsen darstellt. (Siehe hierzu auch folgenden Link: Das 3-D-Gehirn)

Er ist übergeordnetes Koordinationszentrum der vegetativen und endokrinen Funktionen (Homöostase, Körpertemperatur, Kreislauf, Wasserhaushalt, Nahrungsaufnahme, Kontrolle der Emotionen und des Sexualverhaltens) im Zwischenhirn und ist über Nervenbahnen und Blutgefäße mit der darunter liegenden Hypophyse verbunden.

Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) sitzt in der sella turcica (Türkensattel) und ist vom Sinus cavernosus umgeben. Hier kann sie als zentrale und übergeordnete Hormondrüse über das venöse Blut andere Drüsen steuern: Schilddrüse (Energiestoffwechsel, Knochenbau), Nebenniere (Cortisol als Streßreaktion), Gonaden (Sexualhormone).

Was ist der Hypothalamus?

Der Hypothalamus ist ein Bereich des Zwischenhirns, in dem alle in der Körperperipherie bekannten Hormone nachgewiesen werden. Er besteht aus Nervenzellansammlungen (Kernen), die als Schaltstationen für die zu- und abführenden Bahnen zu anderen Hirnabschnitten fungieren.
(Der hier vorhandene suprachiasmatische Nukleus schüttet Orexin aus, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.)

GNRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) wird ebenfalls im Hypothalamus gebildet und wirkt auf den Hypophysenvorderlappen und bewirkt so die Ausschüttung des Wachstumshormons GH (Growth Hormon), das die Leber und die Umwandlung von Glukagon (Speicherform des Zuckers) zu Glucose anregt.

TRH (Thyrotropin Releasing Hormone) wird auch im Hypothalamus gebildet und stimuliert den Hypophysenvorderlappen, der daraufhin TSH (Thyroidea-stimulierendes Hormon) ausschüttet, was zur Freisetzung von T3 (Triiodthyronin) und T4 (Thyroxin) durch die Schilddrüse führt und die Energieproduktion fördert. Die Schilddrüsenhormone sind nicht wasserlöslich und werden mittels Thyroxin-bindendes Globulin (TBG) und Albumin transportiert (Die ungebundenen, also frei zirkulierenden Schilddrüsenhormone machen 0,3 % aus und gelten als biologisch aktiv). rT3 ist eine physiologisch inaktive Form des T3, welches auch T4 bilden kann. T3 wird nur zu ca. 25 % in der Schilddrüse gebildet, während ca. 75 % in den peripheren Geweben durch Konversion (Dejodierung) aus T4 entstehen.

Afferenzen (zufließende Informationen):
– Aus dem Hippocampus (Langzeitgedächtnis),
– dem Mandelkörper, der Amygdala (Analyse von Gefahren, Emotionen, Bewertungen, Erregungen)
– dem Thalamus (Tor zum Bewußtsein),
– dem Striatum (Verbindung zwischen Cortex und Thalamus mittels Glutamat, welches chemisch mit dem Östrogen verwandt ist und laut „china-restaurant-study“ Hauptursache für die höhere Schmerzempfindlichkeit während der 2. Zyklushälfte in Kombination mit Glutamat im Essen ist  – zudem ist dieses der Grund für die vermehrte rationale Steuerungen (Cortex) bei den Emotionen einer Frau („Tor des Bewußtseins“.),
– der Hirnrinde des limbischen Systems (Emotionen und Triebverhalten),
– dem Mittel- und Rautenhirn (Brücke und verlängertes Rückenmark: Verschaltung rechter mit linker Hirnhälfte und 80% Kreuzung alle Hirnfasern auf die Gegenseite sowie HKL-Zentrum.)
– sowie dem Rückenmark (Verschaltung, Weiterleitung).

Efferente, abgehende Informationen:
Sie fließen zum Mittelhirn und Thalamus sowie zur Neurohypophyse (Hypophysenhinterlappen) als Rückkopplung.

Jede Aktion führt zu einer Reaktion im Mutterleib, als Säugling, Kind und als Erwachsener. Ist der Reiz von längerer Dauer, wird es eine chronische Veränderung geben (Adaptierung), welche ein hormonelles Ungleichgewicht darstellt und somit zu Pathologien führen wird (Schilddrüsendysfunktion, Menstruationsbeschwerden, Lipödemen, etc.). Diese hormonellen Adaptierungen bleiben dann auch bestehen, wenn der auslösende Reiz verschwunden ist und ist mittels neurofunktioneller Tests der einzelnen Hirnareale nachweisbar. Nachdem man diese dysfunktionellen Hirnareale identifiziert hat, kann man diese über Ihre Funktion wieder neu justieren. Dieses nennt man auch neurofunktionelle Integration.

Durch ganzheitliche Kenntnis von Ursache und Wirkung ist eine Art „reset“-Funktion möglich, welche extrem aufwendig ist und ein sehr hohes Maß an Mitwirkung durch den Patienten verlangt. Sofern Sie Interesse an dieser „Reset„-Behandlung haben, informieren Sie sich gerne bei uns. (Video zur Resetbehandlung)

Das Hormonsystem und das autochthone Wirbelsäulenstabilisationssystem der Mm. multifidi sind rein reaktive Systeme. Beide sind miteinander gekoppelt. Eine hormonelle Dysfunktion (Allgemeine natuheilkundliche Empfehlungen zur Nahrungsergänzung bei hormonellen Dysfunktionen)geht fast immer mit einer segmentalen Wirbelsäuleninstabilität einher und umgekehrt. Somit wirkt sich ein reaktives Training mit dem 3-D-Spacecurl immer positiv auf sämtliche hormonellen Dysfunktionen aus und unterstützt das ganzheitliche neurofunktionell integrative Arbeiten der Osteopathie optimal.

Emotionalität ist in der Hirnphysiologie sehr komplex und betrifft nicht immer die selben Areale. Man findet hier stark kulturelle Unterschiede! Eine Gemeinsamkeit ist die Aktion in der Amygdala. Die Ausschüttung von Dopamin als Neurotransmitter ist als Belohnungssystem beim Lernen zu beobachten. Beim Siegen im Wettkampf, beim Fertigen von Handwerk und Kunst ist diese Reaktion identisch. Beim Empfinden von Liebe ist das Erkunden einer anderen Person und der erfolgreiche sexuelle Kontakt die gleiche hirnphysiologische Reaktion wie beim Lernen. Lernen und das wiederkehrende Erfreuen daran ist als Liebesreaktion in der Hirnphysiologie zu werten.

Ein weitere wichtiger Aspekt im Nervensystem sind unsere Reflexe. Sie schützen und helfen uns im Alltag. Die frühkindlichen Reflexe, helfen zu Beginn des Lebens und können später sich recht ungünstig auf die Gesundheit (in der Schule z.B. Legasthenie/Dyskalkulie) auswirken (siehe auch HIER), sofern sie nicht überlagert werden – also persitieren. Diese persistierenden frühkindlichen Reflexe kann man wieder auflösen.

Stress ist hier ein wesentlicher Faktor des Auslösens. Stress ist hier eine spezifische, durch äußere oder innere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Körperreaktion, die zur Bewältigung besonders gesteigerter Anforderungen befähigt. In der Stressforschung unterscheidet man den positiven Stress (Eustress) wie z.B. vor Wettkämpfen von dem negativen Stress (Disstress) wie z.B. Opfersituationen. Über die Herzratenvariabilität kann man einfach und effektiv die Streßbelastung des Körpers messen. Hierbei schaut man sich die Veränderungen über Biofeedback (emWave2) zwischen dem Beginn zweier Herzkammerkontraktionen an. (Abrechnung: 60,-€ für Selbstzahler, 61,50€ für Privatversicherte (GebüH-Höchstsatz: 14.9 Herz-Kreislauf-Untersuchung: 25,50€ & 16.3 Bioelektrische Funktionsdiagnostik: 41,00 – mit Zuzahlungen ist je nach Versicherungstarif zu rechnen.) Diese werden vom autonomen Sinuskonten im Herzen innerviert, welcher wiederrum seine Einflüße Sympathikus und Parasympathikus erfährt. Komplexen Reaktionen wie Liebe oder Dankbarkeit, die mit der emotionalen Reaktion der Freude verbunden sind, erfahren eine messbare Synchronisation der Rhythmen von Herz und Atmung (Respiratorische Sinusarrhythmie) erfolgt (WA Tiller, R McCraty, M. Atkinson Cardiac coherence: a new, noninvasive measure of autonomic nervous system order. In: Altern Ther Health Med., 1996 Jan, 2(1), S. 52–65, PMID 8795873. Department of Materials Science and Engineering, Stanford University, Calif, USA). Durch neurofunktionelle Integration  von Sympathikus und Parasmpathikus soll hier eine Synchronizität geschaffen werden, die mittels des Unterbewußtseins (Ablenkung des Bewußtseins z.B. im 3-D-Spacecurl) eine verbesserte Stressverarbeitung nach sich zieht. Durch das synchronisieren der verschiedenen Hirnrhythmen soll in der biodynamischen Osteopathie dieser Prozeß verstärkt werden. (Video)

Trauma: Beteiligt an der speziellen neurologischen, traumabedingten Speicherung sind Amygdala und der Hippocampus (limbisches System). Dem Hypothalamus übergeordnet ist es das Zentrum der emotionalen Intelligenz, Zentrale des endokrinen und vegetativen Regulationssystems (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Regelkreis) und auch eine Überlebenszentrale, denn von hier werden die lebenserhaltenden Instinkthandlungen gesteuert.

Die Amygdala (der Mandelkern) als ein archiaischer Teil des limbischen Systems ist teilweise mit dem Riechhirn verbunden. Hier wird die neurovegetative Erregung gemessen. Von hier verlaufen Bahnen z.B. zum Großhirn, Hippocampus und Thalamus, wo die gefilterten, zur Warnung vorgesehenen Informationen weiterverarbeitet werden. So wird das Bewußtsein vor vielen negativen Gefühlen geschützt.

Endokrine Reaktion auf Stress: Amygdala stimuliert den Hypothalamus, der die Ausschüttung von CRH (Corticotropin-Releasing-Hormon) veranlasst. Das wiederum die Aktivierung von POMC (Proopiomelanocorpes Hormon) veranlasst. Hiervon wird die Hypophyse aktiviert, die ACTH (adrenocorticotropes Hormon) erhöht und über die Blutbahn in der Nebennierenrinde die Bildung von Cortisol veranlasst.

Dieses führt zu einer Erhöhung von Noadrenalin (Alarmierung des HKL-Systems), welches zur inneren Unruhe und Angst führt. Der Blutdruck, Puls und die Atemfrequenz steigen (Herzratenvariabilität).

Bei einer Chronifizierung kollabiert das System und der Cortisolspiegel ist erniedrigt, obwohl die CHR-Rezeptoren wie auch deren Sensitivität zunehmen. Die ausbremsende Wirkung des Cortisols ist nun gestört und somit die Person dauerhaft übererregt.

Die Tatsache, dass Gedanken und Gefühle den Körper in seiner Funktion beeinflussen, findet in der medizinischen Forschung zunehmend Anerkennung. „Stress“ wird inzwischen mit vielen Krankheiten in Verbindung gebracht, einschließlich Magengeschwüren, Krebs, Hautproblemen, Rückenschmerzen und Unfruchtbarkeit. Auf dem Gebiet der Psychoneuroimmunologie identifizierten die Wissenschaftler etliche Mechanismen, über die der Geist in der Lage ist, den Körper zu beeinflussen. Sie entdeckten bisher unbekannte Kommunikationsnetze zwischen den Nerven, dem Hormon- und dem Immunsystem, die eine Querverbindung zwischen unserem psychischen Zustand und der Art herstellen, wie und welche Art von Krankheiten ausgelöst wird. Diese Mechanismen „übersetzen“ seelische Erfahrungen in physiologische Funktion.

So haben Forscher herausgefunden, dass Patienten, die an schwerer Depression leiden, einen höheren Cortisolspiegel im Blut aufweisen. Cortisol, das in den Nebennieren gebildet wird, wenn der Körper unter Stress steht, hemmt die Aktivität des Immunsystems und schwächt seine Fähigkeit, Krankheiten zu bekämpfen. Stress oder depressive Zustände machen also tendenziell krank.

Man entdeckte ein Kommunikationsnetz, das die wechselseitige Nachrichtenübertragung zwischen Nerven- und Immunsystem erklärt. In einigen Geweben des Immunsystems fanden sich Nervenenden, die eine direkte Kommunikation zwischen beiden Systemen ermöglichen. Diese Verbindungen widerlegten die bisher vorherrschende Meinung, dass das Immunsystem (Video Immunsystem)unabhängig von anderen Systemen funktioniere.

Wichtig ist auch die Erkenntnis, dass Lymphozyten (Immunzellen), die dem Körper helfen, Infektionen zu bekämpfen, auf ihrer Oberfläche Rezeptoren für Substanzen wie Hormone oder Neurotransmitter haben. So existiert eine Verbindung zwischen den Immunzellen und den chemischen Botenstoffen des Hormon- und Nervensystems. Das Gehirn und die von ihm freigesetzten Hormone und Neurotransmitter können also großen Einfluss auf die Funktionsweise der Lymphozyten nehmen und damit auch auf die Immunreaktionen selbst. Man kannte außerdem, dass auch die Lymphozyten Chemikalien produzieren, sogenannte Lymphokine, die Botschaften zurück an das Gehirn übermitteln können. Auf diese Weise kann das Gehirn die Aktivität der Lymphozyten  überwachen  und es gibt einen wechselseitigen Feedback-Mechanismus zwischen den Systemen.

Erstaunlich ist ebenfalls die Erkenntnis, dass auch die Lymphozyten Hormone produzieren können, die die Aktivität des Nervensystems regulieren – also eine weitere eine Verbindung zwischen dem Immun-, dem Hormon- und dem Nervensystem. Da man weiß, wie eng die Gehirnaktivität mit seelischen Erfahrungen verknüpft ist, erklären sich so manche Wege, über die sich Geist und Körper gegenseitig beeinflussen. Auf Grundlage dieses neuen Verständnisses kann das Immunsystem letztlich als eine Erweiterung des Nervensystems angesehen werden. Das Immunsystem hilft dem Nervensystem, die innere Balance des Körpers zu regulieren (Die Weisheit im Körper, Michael Kern, 2011, Pflaum-Verlag) und so die psychische Widerstandsfähigkeit wiederherzustellen (Resilienz) und so den Pfad der Gesundheit wieder zu finden (Salutogenese).

Stress kann Auswirkungen auf die Libido haben: CRH (Corticotropin-Releasing Hormon) stimuliert die Ausschüttung von ACTH (Adrenocorticotropin) durch den Hypophysenvorderlappen. Dieses regt die Sekretion von Mineralkortikoiden (Aldosteron: Wasserretention, Natriumretention) und Glucokortikoiden (Cortisol: Entzündungshemmung, Gluconeogenese und Eiweißkatabilosmus) durch die Nebenniere an. DHEA (Dehydroepiandrosteron), welches in der Nebennierenrinde, im Hoden, in den Eierstöcken und im Fettgewebe gebildet wird, sinkt ab und dadurch wird die Libido vermindert und Stimmungsschwankungen entstehen.